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Unterwegs im Outback [1] – Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark

Unterwegs im Outback [1] – Uluru-Kata-Tjuta Nationalpark

21. August 2013

Der Uluṟu (auch als Ayers Rock bekannt) gehört eigentlich zu DEM Wahrzeichen des australischen Kontinents und trotzdem kommen nicht alle Besucher von Down Under in den Genuss, das australische Outback zu besuchen.
Warum? Tja, das Red Centre ist einfach viel zu weit weg, mit dem Auto mindestens 17-18 Stunden von der Nordküste (Darwin) oder dem Süden (Adelaide). Von Perth, Melbourne, Brisbane oder Sydney ganz zu schweigen. Möchte man keinen geplanten Roadtrip durch das Outback machen – eine interessante Route führt von Adelaide durch Coober Pedy – muss man schon hinfliegen, wenn man keine Zeit im Urlaub verlieren möchte. Das Airline Angebot nach Alice Springs bzw. Ayers Rock Airport ist übersichtlich und dementsprechend preis-intensiv – ein weiterer Grund, neben Zeitmangel, warum es nur ca. 400.000 Besucher in das Innerste des Kontinents verschlägt.

Australien-Outback-Uluru-Wayoutback-Tour

Wenn man genügend Zeit mitbringt, dann ist ein Besuch des Red Centre ein von mir empfohlenes Muss! Ich habe es nicht bereut und die vielen Eindrücke bleiben für mich ewig in Erinnerung.

Das Outback könnt Ihr auf verschiedene Weisen erkunden: Mietet Euch einen Camper (wobei das meiner Meinung nach für 3-4 Tage absoluter Quatsch ist) oder einen normalen Mietwagen. Oder Ihr nutzt das vielfältige Angebot an geführten Rundreisen – die gibt es für 2, 3 oder mehr Tage. Das haben wir gemacht und uns für die 3-Day Uluru Red Centre Tour mit Wayoutback Desert Safaris entschieden.

Startpunkt für die meisten Rundreisen ist Alice Springs. Aufgrund der weiten Distanz bis zum Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark von knapp 500 km geht es dementsprechend in der Früh los. Da aber viele Anbieter es möglich machen, Euch am Ayers Rock Resort oder auch am Ayers Rock Airport abzuholen, haben wir diese Gelegenheit genutzt und sind gemütlich um 10 Uhr ab Sydney mit Virgin Australia abgeflogen. Auf der morgendlichen Herfahrt verpasst man sowieso nicht viel, haben wir uns von unseren späteren Tourfreunden sagen lassen, daher war diese Entscheidung goldrichtig. Noch dazu kamen wir in den Genuss, den Uluru beim Landeanflug mitten in der roten Wüste von oben zu betrachten.

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Kaum gelandet schaue ich aus dem Flugzeugfenster und sehe, wie der weibliche Ramp Agent am Boden mit den Fliegen zu kämpfen hat und wedelt sich immer mal wieder im Gesicht rum. Ach ja, die Fliegen – da war ja was. Von diesen nervigen Plagegeistern hatte ich vorher gelesen, dagegen helfen entweder diese modisch total uncoolen Fliegennetze, die man sich dann über den Kopf bzw. Hut zieht oder man demonstriert Lässigkeit, so wie es die Australier tun. Ich entschied mich für letzteres, auch wenn mich diese Biester echt nervten. Bei vielen Touranbietern könnt Ihr Euch aber diese Flynet’s besorgen, ebenso in jedem Souvenirshop oder Tankstelle, wenn denn mal eine kommt. Den Hut hatte ich angesprochen, denn ohne Kopfbedeckung ist es fahrlässig, sich im Outback zu bewegen, also hatten wir uns in Sydney schon mit coolen Cowboyhüten eingedeckt.

Wir stehen also vor dem Terminal am Ayers Rock Airport und warten in sengender Hitze mittags auf unseren Tourbus. Es dauerte aber immerhin nicht lange und der graue 4WD Bus mit Josh am Steuer kam angerauscht. Was für ein Gefährt. Es gibt noch freie Plätze im Bus, denn wir sind nicht die Einzigen, die abgeholt werden, wir sammeln nämlich noch eine Familie im Ayers Rock Resort ein. Habe ich eigentlich schon dem Erfinder der Klimaanlage gedankt? Wenn nicht, dann hole ich das hiermit nach!

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Wir machen uns also alle miteinander bekannt – buntgemischt waren wir 11 Personen und 3 Nationen – amerikanisch, britisch und deutsch – und Josh, als waschechter Australier. Die schnelle und wirklich sehr nuschelige Aussprache von ihm war eine Herausforderung, mit der wir jeden Tag kämpften, aber es klappte einigermaßen.

Die erste Herausforderung sollte der Uluṟu Base Walk sein, eine knapp 10 km weite Umrundung des Uluṟu. Auch wenn er nichts so aussieht, aber der Uluṟu ist teilweise übersät mit kleineren Überhängen oder gar Höhlen, in denen die Aborigines ihre Geschichte in Form von Zeichnungen hinterlassen haben. Josh erklärte uns die Verbindung der Aborigines mit diesem heiligen Ort und deren Geschichte und dann marschierten wir als Gruppe auch schon los, während Josh glaube ich erstmal ein Nickerchen im Bus machte. Da 36°C vorherrschten, hatte jeder von uns mindestens einen Liter Wasser mit, die Flaschen konnte man unterwegs an Wassertanks auffüllen, allerdings hatte man dann diesen leckeren, schalen und metallischen Beigeschmack. Grundsätzlich sollte man den Basewalk allerdings in der Früh machen (wie alle anderen Wanderungen auch), denn sonst wird es schnell zu anstrengend für den Körper.


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Nach der Umrundung schlugen wir unser Lager am Ayers Rock Campground auf. Der Campground wird nicht nur von den Tour-Anbietern genutzt, sondern kann auch für Individualreisende mit Camper oder Zelt genutzt werden. Es gibt meines Wissens auch anzumietende Bungalows. Wir hatten an unserem Platz eine kleine überdachte Spül- und Grillanlage mit Tisch und Sitzmöglichkeiten. Bei diesen Touren kommt man schnell mit den anderen in Kontakt, da wir auch das Essen gemeinsam zubereitet und gekocht haben. Es entsteht also zumindest so etwas wie Backpacker-/ Hostel-Feeling. Bevor wir uns aber an unsere leckere Pasta rangesetzt haben, sind wir zum Lookout des Campgrounds gestiefelt, eine kleine Anhöhe, die einen tollen Panoramablick auf den Uluṟu bietet.

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An diesem Aussichtspunkt genossen wir den angehenden Sonnenuntergang bei einer Tasse (!) Champagner und ließen die vergangenen Stunden Revue passieren. Hier draußen im Outback verliert man relativ schnell das Gefühl für Zeit und vor allem Entfernung und so kam es uns gerade mal 10 Stunden nach unserem Abflug in Sydney so vor, als ob wir schon Tage hier unterwegs wären. Die Sonne ging unter und der Uluṟu änderte ständig seinen Farbton, obwohl ich zugeben muss, dass er an diesem Abend nicht diese violette Färbung annahm, wie ich ich es vorab auf diversen Fotos im Internet gesehen hatte. Dennoch war es atemberaubend schön und in dieser Weite des Outbacks kommt man sich dann doch ein wenig klein und unbedeutend vor. Und vor allem weit weg vom Rest der Welt. Etwa eine Stunde nachdem die Sonne untergegangen war, tauchte am Horizont der Mond auf – das war gleichermaßen der allererste Mondaufgang den ich in meinem Leben gesehen hatte. Der volle Mond schien so hell, dass man meinen konnte, dass die Sonne schon einmal rum ist und wieder Lust hatte aufzugehen.

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Ausgerüstet mit unseren Taschenlampen machten wir uns nun wieder auf den Weg zu unserem Camp, wo Josh das Lagerfeuer bereits angezündet hatte und wir fingen mit der Zubereitung des Abendessens an. Ferienlagerromantik kam auf, als wir uns alle rund um das Lagerfeuer verteilt gesessen haben und uns unterhalten haben. Mit zunehmender Müdigkeit krochen die ersten in Ihren Swag, den jeder von uns für die Tour bekommen hatte. Ein Swag ist im Prinzip so etwas wie ein überdimensionierter Schlafsack, jedoch von außen wasserdicht und im Inneren mit einer Schlafmatte ausgestattet. Da er somit innen viel Platz bietet, konnte ich auch bequem meinen Schlafsack reinlegen, denn das mit den Temperaturen hatte ich dann nachts doch etwas unterschätzt – bei gemäßigten 16 Grad Celsius habe ich doch etwas gefroren. Der Kopf liegt beim Swag frei, wer aber Angst vor australischen Kriechtieren hat, der kann auch in den Swag so reinschlüpfen, bis man im Swag verschwunden ist. Das hat aber zwei entscheidende Nachteile: Zum einen können die Tierchen immer noch am Kopfteil reinkrabbeln, denn meinen Swag konnte ich nicht verschließen. Der viel größere Nachteil ist aber ein anderer: Bei klarem Himmel verpasst Du beim Einschlafen den Anblick Deines Lebens – den schönsten Sternenhimmel, den Du wahrscheinlich je gesehen hast!

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